Fatigue

Fatigue (Latein: fatigatio = Ermüdung, Erschöpfung) beschreibt einen körperlichen, geistigen und seelischen Erschöpfungszustand. Dieser kann zusammen mit oder infolge einer Krebserkrankung oder anderen chronischen Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Multiple Sklerose auftreten. Fatigue steht in der Regel nicht im Zusammenhang mit einer vorangegangenen körperlichen oder geistigen Belastung und bessert sich nicht wesentlich durch Ruhe- und Schlafphasen.

Fatigue kann bei Krebserkrankten bereits vor der Diagnose, während der Therapie oder auch Monate bis Jahre später auftreten. Sie ist häufig die größte Belastung neben der Erkrankung mit all ihren Symptomen selbst. Fatigue erschwert die Bewältigung des Alltags und mindert die Lebensqualität.

Ursachen

Für die Entstehung von Fatigue gibt es verschiedene Ursachen. Der Tumor selbst, aber auch die Therapien greifen in Stoffwechselprozesse und hormonelle Regelkreise ein und schaffen damit die Voraussetzungen für die Entstehung von Fatigue.
Weitere Faktoren wie eine erbliche Veranlagung, begleitende körperliche oder psychische Erkrankungen sowie verhaltens- und umweltbedingte Zustände spielen eine Rolle. In den meisten Fällen ist keine eindeutige psychosoziale oder körperliche Ursache zu benennen.

Symptome

Fatigue kann sich äußern durch:

  • Verminderte körperliche Leistungsfähigkeit
  • Erhöhtes Schlafbedürfnis, das sich auch durch zusätzliche Schlafphasen nicht verringert
  • Permanentes Müdigkeitsgefühl, auch am Tage
  • Mangel an Motivation und Antrieb
  • Auftreten von Ängsten
  • Kraftlosigkeit, Gliederschwere
  • Verringerte Konzentrationsfähigkeit, Wortfindungsstörungen
  • Erhöhte Reizbarkeit
  • Gefühl des Kontrollverlustes
  • Interessenlosigkeit, Rückzugswunsch

Diagnose

Die Diagnose der Fatigue ist sehr schwierig, da die Symptome sehr unspezifisch sind und auch bei anderen Erkrankungen auftreten können. Deshalb müssen zunächst alle anderen in Frage kommenden Krankheiten ausgeschlossen werden, um die Symptome einer Fatigue zuordnen zu können. Da sich die Symptome einer Fatigue auf körperlicher, geistiger und emotionaler Ebene bemerkbar machen, muss auch die Diagnostik auf allen drei Ebenen erfolgen. Depressionen sind teilweise schwer von einem Fatigue-Syndrom abzugrenzen.

Behandlung

Für die Behandlung von Fatigue gibt es vielschichtige Ansätze. Sehr wichtig sind die Wissensvermittlung und Aufklärung über Fatigue von Betroffenen und Angehörigen. Denn manchmal können bereits allgemeine Hilfen lindernd wirken, wie zum Beispiel ein bewusstes Zeitmanagement, Anpassungen bei der Alltagsgestaltung oder die Einhaltung eines regelmäßigen Schlafrhythmus.
Ein wichtiger Ansatzpunkt ist die konsequente Behandlung der Nebenwirkungen der Erkrankung bzw. Therapie. Denn häufig geht bei deren Bewältigung viel Energie und Kraft verloren. Liegt beispielsweise eine Anämie vor, muss diese entsprechend therapiert werden.
Auch eine Psychotherapie kann Bestandteil der Fatigue-Therapie sein.
Eine besonders große Rolle spielt die Bewegungstherapie. Diese sollte im Optimalfall bereits ab dem Diagnosezeitpunkt zum Einsatz kommen und kann dadurch sogar der Entstehung von Fatigue vorbeugen. Ist das Fatigue-Syndrom bereits vorhanden, hilft es, die Symptome zu verringern.
Wichtig ist, das Sport- oder Bewegungsprogramm den aktuellen Möglichkeiten anzupassen, am besten in Absprache mit dem behandelnden Arzt.
Auch das Erlernen und Anwenden von Entspannungstechniken kann hilfreich sein.

Angebote für Betroffene in M-V

In Greifswald bietet die Universitätsmedizin sechs Seminarreihen im Jahr „Tumorbedingte Fatigue – ein vielfältiges Syndrom“ für Betroffene und Angehörige an. Weitere Informationen unter
https://krebsgesellschaft-mv.de/veranstaltung/19-tumorbedingte-fatigue-seminar-fuer-betroffene/

Weitergehende Informationen

Weitere Informationen zum Thema Fatigue finden Sie auf der Internetseite der Deutschen Fatigue Gesellschaft

https://deutsche-fatigue-gesellschaft.de/ sowie im ONKO-Internetportal der Deutschen Krebsgesellschaft https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/onko-internetportal.html .