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  • 20.06.2018

AOK Nordost übernimmt HPV-Schutzimpfung für Jungen

Nachdem Prof. Harald zur Hausen den Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Gebärmutterhalskrebs und der Infektion mit bestimmten HPV-Typen entdeckt hatte, sprach die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts im Jahr 2007 erstmals die Empfehlung zur Impfung gegen eine Infektion durch humane Papillomviren (HPV) zur Vorbeugung der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs für Mädchen und junge Frauen aus. Die Impfung wurde bislang ausschließlich für Mädchen von 9 bis 14 Jahren mit der Möglichkeit der Nachholung bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres angeboten.

Doch auch eine Impfung von Jungen im gleichen Altersspektrum ist sinnvoll. Denn die HPV-Typen, gegen die geimpft wird, sind nicht nur für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs, sondern auch für die Entstehung von Anal- und Peniskrebs sowie die Entstehung der zwar nicht bösartigen, aber dennoch höchst unangenehmen Genitalwarzen verantwortlich. Zudem können sexuell aktive Jungen und Jugendliche, die mit HPV infiziert sind, das Virus entsprechend übertragen. Um einen vollständigen Schutz der Bevölkerung zu erreichen, ist es daher empfehlenswert, alle sexuell aktiven Personen, also auch Jungen und männliche Jugendliche, gegen HPV zu impfen.

Diese Empfehlung hat nun auch die STIKO ausgesprochen. Noch vor dem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses hat der Verwaltungsrat der AOK Nordost im Rahmen einer Satzungsleistung beschlossen, ab 1. Juli dieses Jahres die Kosten für die Impfung gegen HPV auch für Jungen zu übernehmen. Details und Hintergründe zur Entscheidung können Sie der Pressemitteilung der AOK Nordost entnehmen.

Die Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern begrüßt diese Entscheidung und sieht ihn als wichtigen Fortschritt in der Prävention von Krebserkrankungen und damit zur Umsetzung des Nationalen Krebsplanes an. Damit diese Information auch die entsprechenden Zielgruppen erreicht, müssten nun umfangreiche Informations- und Aufklärungskampagnen folgen, da in absehbarer Zeit sicher eine generelle Kostenübernahme durch alle Krankenkassen entschieden werden wird.

Weitere Informationen zur HPV-Impfung finden Sie auf unserer Internetseite unter https://krebsgesellschaft-mv.de/praevention/hpv-impfung